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Einleitung

Durch die gewaltigen Fortschritte im Bereich der Computertechnologie gewinnt das elektronische Publizieren von Informationen zunehmend an Interesse. Immer schnellere und kostengünstigere Hardware, die Integration neuer Medien, wie Audio und Video, einfacher zu bedienende Software und weltumspannende Rechnernetze ermöglichen bzw. erzwingen geradezu ein Umdenken im Bereich des Publikationswesens. Neben der Beseitigung von Problemen der traditionellen Publikationsweise bietet die elektronische Publikation neue, effektivere Möglichkeiten der Informationsvermittlung.

Ein häufig genannter Kritikpunkt am traditionellen Publikationswesen ist seine Schwerfälligkeit, die sich unter anderem durch die lange Zeitspanne zwischen dem Einreichen eines Artikels bei einer Fachzeitschrift bis zu seiner endgültigen Veröffentlichung äußert [GL95]. Desweiteren bereitet das exponentielle Wachstum wissenschaftlicher Literatur vielen wissenschaftlichen Instituten und Bibliotheken bereits heute nicht nur Kosten- sondern auch Platzprobleme [Odl95]. Es ist unbestritten, daß hier durch eine elektronische Publikation sowohl eine zeitliche als auch eine ökonomische Rationalisierung möglich ist [Bar95].

Während sich bei der traditonellen Publikationsweise die Vermittlung von Informationen hauptsächlich auf die Medien Text und Graphik beschränkt, können in elektronische Dokumente zusätzlich Audios, Videos und Animationen integriert werden, was zu einer qualitativen Verbesserung der Informationsweitergabe beitragen kann. Desweiteren ist es für einen Autor möglich, Interaktionsformen in die Dokumente einzubinden und somit interaktive multimediale Dokumente zu erstellen. Über sogenannte Hyperlinks können Dokumente bzw. Dokumentteile miteinander verbunden und Informationsnetzwerke aufgebaut werden, die menschliche Formen der Wissensrepräsentation viel besser widerspiegeln als herkömmliche sequentielle Buchstrukturen [Con87,Gei90].

Der Umbruch zur elektronischen Publikationsweise bedeutet jedoch für alle am Publikationsprozeß beteiligten Personengruppen eine veränderte Arbeitsweise. Für Autoren ist beispielsweise sowohl ein konzeptionelles als auch ein technisches Umdenken erforderlich. Konzeptionell neue Fragestellungen, die sich für einen Autor ergeben, sind: wie bereite ich die zu vermittelnden Informationen auf, welche Medientypen verwende ich, wie verbinde ich die einzelnen Informationseinheiten miteinander, welche Formen der Interaktion des Benutzers unterstützte ich, wie präsentiere ich die Informationen? Im technischen Sinne muß sich ein Autor mit Problemen auseinandersetzen, die inhärent mit den neuen Medien verbunden sind, wie die Synchronisation und Datenkompression [Ste93b].

Um den Autoren die Umstellung auf die elektronische Arbeitsweise zu erleichtern, sind in den letzten Jahren eine Reihe spezieller Softwarewerkzeuge entwickelt worden. Mit derartigen Werkzeugen, die die Konstruktion interaktiver multimedialer Dokumente unterstützen, beschäftigt sich dieser Artikel, insbesondere in Abschnitt 4. Zunächst werden jedoch in Abschnitt 2 Grundlagen des elektronischen Publizierens, die zum Verständnis des Artikels notwendig sind, kurz erläutert. Abschnitt 3 charakterisiert die Struktur interaktiver multimedialer Dokumente und leitet Folgerungen an ihren Entwicklungsprozeß ab. Abschnitt 5 enthält einige abschließende Bemerkungen.



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Dietrich Boles
Tue Aug 29 13:54:51 MET DST 1995